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zusammenarbeit die niederlande und deutschland: infrastruktur für internationale zugverbindung aachen-maastricht steht

Die Niederlande und Deutschland haben erfolgreich an der Verbesserung der Infrastruktur des Schienennetzes zwischen Maastricht und Aachen zusammengearbeitet. Am Freitag, dem 7. Dezember 2018, feierten die Beteiligten in Aachen den Abschluss des Bauprojekts. Leider war es nicht zugleich der Start der Direktverbindung zwischen den beiden Städten, dazu fehlte noch die Zulassung für die eigens gebauten Dreiländerzüge in Deutschland, eine bedauerliche Verzögerung. Die Reisenden müssen bis zur Zulassung der Züge in Deutschland zwischen Heerlen und Aachen Busse nutzen.

Die Feier am Aachener Gleis fiel an diesem Freitagmittag demnach noch verhalten aus, doch alle beteiligten Parteien waren da: ProRail, die Deutsche Bahn, das niederländische Ministerium für Infrastruktur und das deutsche Ministerium für Verkehr NRW, Bürgermeister, der Deputierte Hubert Mackus von der Provinz Limburg, Verkehrsorganisationen, Beigeordnete und Beamte der Gemeinden im Grenzgebiet. Sie stießen auf die Fertigstellung der Infrastruktur und die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Landgraaf und Herzogenrath an. Ein Investitionsprojekt in Höhe von insgesamt 71,1 Millionen Euro, 28 Millionen davon aus EU-Mitteln. Die Elektrifizierung der 6,6 Kilometer Bahnstrecke zwischen Landgraaf und Herzogenrath ermöglicht die schnelle Verbindung zwischen Maastricht und Aachen. Andere Arbeiten sind noch im Gange, wie die Gleisverdoppelung zwischen Heerlen und der deutschen Grenze, die 2020/2021 abgeschlossen sein wird.

“Der Zug verbindet Regionen und überwindet Grenzen”

Die Provinz Limburg steuert 7,5 Millionen bei. “Weil dieser Zug nicht nur die Städte Aachen, Heerlen und Maastricht verbindet”, so Hubert Mackus, Deputierter für Verkehr bei der Provinz Limburg, “sondern auch die Regionen, und somit Grenzen überwindet. Er besitzt demnach Symbolkraft und ist natürlich eine wichtige Investition in die wirtschaftliche Entwicklung. Die Arbeitsmobilität, Pendler, Studenten und der Tourismus profitieren.”

Letztere interessieren den Beigeordneten Carlo van Kan aus Valkenburg besonders. “Wir haben uns dafür eingesetzt, dass Valkenburg ein fester Halt wird, und es auch erreicht. Jetzt spricht noch mehr dafür, unseren Touristen einen Tagesausflug nach Lüttich oder Aachen zu empfehlen. Vielleicht bleiben sie dann länger in Südlimburg. Wir in Valkenburg können das nur begrüßen.”

Gert Jan Krabbendam (Maastricht), Anne Heitinga (Arriva), DB Netz Jörg Bromet, Marcel Philipp (Aachen), ProRail Wendy de Wild, Heiko Sedlaczek (Nahverkehr Rheinland) und Hubert Mackus (Limburg) Foto: Wouter Roosenboom

Absichtserklärung für neuen Intercity Amsterdam – Aachen unterzeichnet

Die Verbindung Lüttich-Maastricht-Heerlen-Aachen sorgt nicht nur für euregionale Erreichbarkeit. Ab 2025 soll ein Intercity zwischen Amsterdam und Aachen verkehren, über Eindhoven und Heerlen. Die am Freitag im DB-Werk des Bahnhofs Aachen unterzeichnete Absichtserklärung, ein Letter of Intent, soll den Plänen von Provinz und allen großen Städten entlang der Strecke mehr Gewicht verleihen. “Das niederländische Ministerium hat auch unterzeichnet, ganz wichtig”, erklärt der Deputierte Hubert Mackus. “Im nächsten Schritt muss die niederländische Bahn jetzt den Intercity bestellen. Die Infrastruktur steht 2025, wenn die Gleisverdoppelung und auch ein paar Anpassungen in Deutschland erfolgt sind. Mit diesem Intercity verbindet man die Randstad mit Nordrhein-Westfalen, die Hersteller und die technische Lehre in Eindhoven mit Aachen.”

Ambitionierte Pläne

Mögen diese Pläne aufgehen, wünscht sich auch Wendy de Wild, Regionaldirektorin Süd von ProRail. “Internationale Zugverbindungen stehen ganz oben auf unserer Prioritätenliste”, betont sie. “Bei der Umsetzung muss man sich natürlich der Herausforderung nationaler Unterschiede stellen, bei Gesetzgebung, Systemen, Sprachen, IT, eigentlich ist alles anders. Hier in Süd-Limburg und Aachen werden wir darin immer geübter, zum Beispiel beim Koppeln unterschiedlicher technischer Systeme. Ein Husarenstück, die Schleuse, das war für uns auch das erste Mal. Ich finde, dass wir auf diese Infrastruktur stolz sein dürfen.”

Aachen und Maastricht freuen sich auf die neue Verbindung

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp bedauert, dass der Zug noch nicht fährt. “Wenn wir in dieser Euregio zusammenarbeiten möchten, sind bequeme und schnelle Verbindungen eine absolute Voraussetzung. Mit dieser Direktverbindung machen wir einen Riesenschritt. Aachen ist jedenfalls sehr glücklich darüber. Dass die Infrastruktur steht, ist schon sehr erfreulich, und wenn der Zug dann bald fährt, wird richtig gefeiert.”
Der Beigeordnete Gert-Jan Krabbendam von der Stadt Maastricht ist ebenfalls erfreut: “Diese Zugverbindung stärkt die Region. Die Städte sind besser zu erreichen, weil die Menschen eine Alternative erhalten. Sie können das Auto stehen lassen und fahren stattdessen bequem mit dem Zug, in weniger als einer Stunde. Umweltfreundlich und eine Entlastung für Maastricht, wo Parkmöglichkeiten knapp sind und man die Luftverschmutzung durch weniger Autos verringern möchte. Außerdem ermöglicht diese regionale Verbindung auch Hochgeschwindigkeitsverbindungen. In Aachen kann man in den ICE und Thalys steigen. Ich hoffe, dass der Zug schnell nach Lüttich weiterfahren kann, wie geplant, dann ist die Verbindung nach Brüssel, Paris und London wieder etwas schneller. Und vielleicht ersetzt das manchen Flug und senkt den CO2-Ausstoß.”

Foto: Wouter Roosenboom
Wouter Roosenboom Foto:
Foto: Wouter Roosenboom
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Erste Einblicke in den modernen Zug

Anne Hettinga, Vorstand des Konzessionshalters Arriva, findet die Verzögerung ärgerlich. Er hätte gern ‘seinen’ Zug zwischen Aachen und Maastricht fahren gesehen, wie geplant. “Vor allem ärgerlich für die Reisenden, die schon so lange auf eine Direktverbindung, ohne umsteigen, warten. Dann müssen wir uns eben leider noch etwas in Geduld üben.” Doch auf den eigens gebauten Zug, der am Freitag erstmals für die Anwesenden zu bestaunen war, darf man schon stolz sein. Das Besondere an diesem Zug ist, dass er mit der unterschiedlichen Spannung und den verschiedenen Sicherheitssystemen in den Niederlanden, Deutschland und Belgien zurechtkommt.

Investitionen

Hettinga weiß, “dass diese Züge eine mutige Investition sind. Doch wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das wieder einnehmen. Alle haben so lange auf eine schnelle, bequeme Verbindung zwischen Maastricht und Aachen über Heerlen gewartet, ohne Umstieg und in weniger als einer Stunde, das werden in dieser Region viele nutzen. Das wissen wir von allen betroffenen Organisationen, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben, und aus Kundenbefragungen und Marktforschungen. Hoffentlich kommt die Verbindung nach Lüttich schnell hinzu, denn auch darauf wird sehnsüchtig gewartet.” Patrice van Bergen, Regionaldirektor von Arriva in Limburg, hofft dies ebenfalls. EurekaRail sprach in dieser Woche bereits ausführlich mit Van Bergen darüber, was zu beachten ist, um einen Zug durch drei Länder fahren lassen zu können, und über seine Pläne bezüglich einer bequemen Ticket-App für internationale Züge.