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patrice van bergen, arriva-regionalgeschäftsführer für limburg: ein zug der grenzen überschreitet

Ein internationaler Zug zwischen Maastricht und Aachen. Das war eine der festen Anforderungen der Provinz Limburg bei der Vergabe der Konzession für öffentliche Verkehrsmittel für den Zeitraum 2017-2031. Arriva stellte sich der Herausforderung und die Einrichtung dieser Verbindung ist vorgesehen. Die eigens konzipierten Züge werden stündlich grenzüberschreitend eingesetzt, künftig sogar zweimal stündlich. „Wir müssen uns jedoch noch etwas gedulden“, sagt Patrice van Bergen, Arriva-Regionalgeschäftsführer für Limburg.

Die Dreiländerlinie ist eine einzigartige Strecke mit zahlreichen Herausforderungen. Mit den eigens gebauten Zügen für die Strecke Lüttich-Maastricht-Heerlen-Aachen, die einzigen, die für drei verschiedene Stromspannungen konzipiert sind, wurden bereits zahllose Probefahrten in den drei Staaten unternommen. Sie dienten der Prüfung der Technik, aber auch der Abstimmung der unterschiedlichen Kommunikations- und Sicherheitssysteme beiderseits der Grenzen.

Mit den eigens gebauten Zügen für die Strecke Lüttich-Maastricht-Heerlen-Aachen, die einzigen, die für drei verschiedene Stromspannungen konzipiert sind, wurden bereits zahllose Probefahrten in den drei Staaten unternommen. Foto: René Hameleers

Nach Belgien

Für die Nutzung des Dreiländerzuges- bzw. der Dreiländerlinie gibt es außer physischen Staatsgrenzen auch noch eine gesetzliche Grenze, derzeit ein heikler Punkt. Der belgische Staat hält an der Nutzung des Sicherheitssystems ERTMS fest und lässt daher den Arriva-Zug nicht für die Bahnstrecke zu. Patrice van Bergen möchte dazu nicht allzu viel sagen, denn Arriva ist nun nicht gefordert. „Unser Zug ist bereit, ebenso wie unsere Mitarbeiter. Der Fahrplan ist fertig. Es gibt bei uns kein Sicherheitsproblem, wir verwenden nur ein anderes System.“

Verwaltungsaufwand

„Es sind so viele Aspekte zu berücksichtigen”, erläutert Patrice van Bergen. „Die Technik ist einer der Aspekte. Dieser Zug ist mit einem speziellen System ausgerüstet, mit dem der Zug für drei Stromspannungen einsetzbar ist. Etwa an der Grenze bei Landgraaf wurde vor Kurzem eine Systemtrennstelle gebaut, ein Gleisabschnitt, auf dem der Zug ohne Halt von der niederländischen zur deutschen Spannung wechseln kann. Durchaus eine Herausforderung. Die Papiere, Genehmigungen und gegenseitigen Vereinbarungen erforderten viel Zeit. Wie kommunizieren die Verkehrsleitstellen in den Niederlanden und Deutschland miteinander, wenn etwas schief gegangen ist? Um nur ein kleines Beispiel zu nennen. Wir überlassen nichts dem Zufall. Sicherheit hat oberste Priorität.”

Vereinbarung

Arriva hat versprochen, den grenzüberschreitenden Zug ab diesem Monat zwischen Maastricht und Aachen einzusetzen, genauer gesagt ab dem 9. Dezember. Mit einer stündlichen Rückfahrt, beispielsweise praktisch für die Besucher der Weihnachtsmärkte in Aachen und Valkenburg. Oder für die Studenten aus Aachen, die schon einmal die zweifellos komfortable Fahrt zur Universität Maastricht testen können. „Wir wollten uns an diese Vereinbarung halten”, erklärt Patrice van Bergen weiter, geboren und aufgewachsen in Limburg, Betriebswirtschaftler und seit 2017 für den Regionalverkehr von Arriva in Limburg zuständig. „Die Fahrgäste, unsere Kunden, hatten sich darauf eingestellt. Und es war spannend. Wir haben uns nach Kräften bemüht, die Frist einzuhalten. Wir haben Lokführer und Schaffner speziell für die Strecke ausgebildet und fortgebildet. Sie sind darauf vorbereitet, den Zug mit dem speziellen Schaltmechanismus zu bedienen. Leute aus Deutschland und den Niederlanden. Demnächst kommen noch Belgier hinzu. Sie werden dann voraussichtlich auf dem Teil in Belgien eingesetzt.“ Leider erwies sich die Zeit bis zum 9. Dezember letztlich als zu kurz, um das Zulassungsverfahren für Deutschland vollständig abzuschließen. Dies ist bedauerlich und wir hoffen, dass die Fahrgäste noch etwas Geduld aufbringen können. In der Zwischenzeit befördern wir die Fahrgäste mit dem Bus. Wir konzentrieren uns nun auf den vollständigen Abschluss des Verfahrens zur Zulassung des Zuges zwischen Maastricht und Aachen. Doch auch in Bezug auf die Strecke Richtung Belgien sind wir aktiv. Das möchten wir gerne, dafür haben sich alle beteiligten Partner von Anfang an eingesetzt.

Geschäftlich

Denn für diese Linie gibt es genügend Kunden, beispielsweise Tagesausflügler in beiden Richtungen, die Touristen. „Ja, und vergessen Sie nicht die Geschäftsreisenden, die nach Brüssel möchten oder den Anschluss in Lüttich zu den Schnellzügen nach Paris oder London nehmen möchten. Aachen-Lüttich wird eine bedeutende Verbindung, auf jeden Fall. Sowohl für Geschäftsreisen als auch bei anderen Fahrten.”
Patrice van Bergen vertraut darauf, dass die Bahnverbindung nach Aachen rasch aufgenommen wird und auch die Probleme für die belgische Strecke letztlich gelöst werden. Anschließend müssen auch noch einige technische Eingriffe auf der Strecke und den Bahnsteigen in Visé vorgenommen werden; dann ist die Dreiländerlinie komplett.

Einfacher

Mission abgeschlossen? „Nun, ich würde eher sagen, dass der erste wichtige Schritt dann gesetzt ist. Es müssen noch Schritte zu einem einheitlichen Preissystem folgen. Das Reisen sollte einfacher werden; etwa mit Buchung und Abrechnung anhand einer App. Zum Glück ist es jedoch so, dass die deutschen und niederländischen Zahlungssysteme direkt genutzt werden können, wenn der Zug fährt.”