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absichtserklärung der deutschen und niederländischen behörden: bessere aussichten auf einen intercity aachen-amsterdam

Eine Intercityverbindung zwischen Aachen und Amsterdam über Eindhoven und Heerlen ist wieder einen Schritt näher gerückt. Das niederländische Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, die niederländischen Provinzen Limburg und Brabant und der deutsche Zweckverband Nahverkehr Rheinland haben eine Absichtserklärung zur Prüfung der Möglichkeiten dieser Verbindung unterzeichnet. „Wieder ein Erfolg für EurekaRail.“

Die Bahnstrecke zwischen Landgraaf und Herzogenrath wurde elektrifiziert. Zudem wurden die erforderlichen Änderungen an der Strecke realisiert, sodass nun endlich elektrische Züge zwischen Heerlen und Aachen eingesetzt werden können. Ein Meilenstein und einer der Erfolge des vor drei Jahren initiierten Projekts EurekaRail, das zur Förderung eines komfortableren grenzüberschreitenden Bahnverkehrs ins Leben gerufen wurde.

Hubert Mackus (Provincie Limburg) und Heiko Sadzleck (Nahverkehr Rheinland) Foto: Wouter Roosenboom

Intercity’s

Doch die Strecke Aachen-Heerlen könnte noch eine wesentlich größere Rolle in den Bahnverbindungen zwischen den Niederlanden und Deutschland spielen. „Da es nun eine vollwertige elektrifizierte Strecke gibt, können dort gut Intercitys fahren“, erklärt Mike Lücker, Projektleiter von EurekaRail im Auftrag der Provinz Limburg. „Es müssen jedoch eigens konzipierte Züge eingesetzt werden, die sich für verschiedene Stromsysteme eignen, ebenso wie die Züge von Arriva. Es sind auch noch einige technische Änderungen an der Strecke erforderlich, da Intercitys in der Regel länger und schwerer sind als die leichteren Züge von Arriva. Nach früheren Studien ist dies jedoch technisch und praktisch kein Problem.“

Amsterdam

Die Überlegungen gehen über einen Intercity zwischen Aachen und Heerlen oder zwischen Aachen und Maastricht hinaus. „Auf jeden Fall. Schon seit vielen Jahren erwägt man sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden, einen Intercity zwischen Aachen und Amsterdam einzusetzen. Schließlich ist Aachen ein stark genutzter Knotenpunkt in Richtung verschiedener deutscher Städte und in der Nähe der schnellen ICE-Züge. Mit einem Intercity über Eindhoven und Heerlen erschließt man sozusagen Städte wie Köln, Frankfurt, Duisburg und Berlin. Umgekehrt sind die Brainport-Region um Eindhoven und das weitere Ziel Amsterdam für Deutschland interessant. Zudem bietet man eine Alternative für lange Autofahrten oder sogar das Flugzeug. Gut für die Umwelt, denn die Züge fahren zu einem großen Teil mit umweltfreundlich erzeugtem Strom und haben somit keine CO2-Emission.“

Zusammenarbeit

ieser Ansatz findet auch bei den niederländischen und deutschen Behörden, Provinzen und Städten auf der Route Aachen-Amsterdam Anklang. Die Parteien entschlossen sich daher zu einer Zusammenarbeit, aus der auf jeden Fall eine Absichtserklärung hervorging. „Ein ernst gemeinter Vertrag“, erläutert Mike Lücker. „Das Beratungsbüro AT Osborne und Royal Haskoning DHV untersuchen gemeinsam mit dem Ministerium und der niederländischen Bahngesellschaft NS, welche Investitionen erforderlich sind und was der Betrieb eines Intercitys Aachen-Amsterdam. 2019 sollte ein Bericht vorliegen, sodass die beteiligten Behörden eine Entscheidung treffen können.“

Hindernisse

Hier liegt eine goldene Chance, zumal die Bahnlinie den Anforderungen entspricht. „Durchaus, doch es müssen noch einige Hindernisse überwunden werden“, gibt der Projektleiter zu bedenken. „Wenn alles gut verläuft, werden in absehbarer Zeit sowohl ein Regionalzug zwischen Aachen und Heerlen als auch ein Intercity verkehren. Sollte die Zusammenarbeit nicht zum Erfolg führen, ist die Strecke vom niederländischen Ballungsgebiet Randstad aus über Maastricht für Fahrgäste eine Möglichkeit. Die Verbindung ist natürlich nicht so schnell wie ein Intercity, aber doch auch wieder ein Schritt in Richtung besserer internationaler Verbindungen. Wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis.“